re-lay

Inhärente Verbindungen zwischen Bild und Klang

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Mary McDonnell, Reinhold Schinwald \ ohne titel (2013) \ 2018

büro lunaire concept

Mary McDonnell artwork

Program of opening performance:

Christoph Herndler ABSCHREIBEN (2005) for Violoncello

Peter Ablinger KLEINE TROMMEL UND UKW-RAUSCHEN ("CONCEPTIO") (2000)

Simon Steen-Andersen Study for String instrument no 3 (2011) for violoncello and video

Peter Ablinger WEISS / WEISSLICH 21a:"Analytische Integration" (1994,96) für türkisches Becken und Streichinstrument ad lib.

Reinhold Schinwald re.lay (2018) Studie für Violoncello und Rauschen

Barbara Riccabona violoncello

Berndt Thurner percussion

Reinhold Schinwald electronics

Peter Venus video

 

 

Coproduction of büro lunaire, echoraum and Kunstraum Sellemond

Opening performance 8pm, may 11, 2018

Show on display may 11 to june 8, 2018

Venue Kunstraum Sellemond - Puchsbaumgasse 1C I Stiege 6 I Stock 4 I Top 6.5, 1100 Wien

Mary McDonnell \ Through \ 2017 \ 44 x 30 inches \ 111.76 x 76.20 cm in two pieces oil on wood 

„Kaum jemals skizziere ich die Idee zu einem Stück anders, denn als Zeichnung, als Bild, das nicht unbedingt von links nach rechts zu lesen ist. Und wenn sich umgekehrt, beim Betrachten bildender Kunst, die musikalische Vorstellung nicht ohnehin von selbst einstellt, zwinge ich mich dazu, indem ich mich frage, was würde dieses oder jenes bildnerische Konzept musikalisch für Konsequenzen haben.“ (Peter Ablinger)

In re-lay1 werden Arbeiten der Künstlerin Mary McDonnell und Kompositionen von Peter Ablinger, Christoph Herndler, Reinhold Schinwald und Simon Steen-Andersen in Beziehung zueinander gesetzt,

in welchen bildnerische wie klangliche Konzepte gleichermaßen wirksam sind:

 

Steen-Andersens Bewe­gungsstudie für Violoncello und Video legt den Fokus auf idiosynkratische Bewegungsabläufe, die er vor allem durch eine Überlagerung des „Live-Bildes“ mit einer vorproduzierten zweiten Schicht bzw. Stimme desselben Spielers erreicht. Die Komposition lässt sich als Bewegungsgra­fik lesen, die auf dem körperlich gestischen Aspekt von instrumentalen Aktionen beruht und diese ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Der für seine grafischen Partituren bekannte Komponist Christoph Herndler sieht in seinem Stück Abschreiben grafische Zeichen nicht als Symbolträger musikspezifischer Informationen : „Ihre Zeichenhaftigkeit verweist direkt auf eine instrumentale Aktion – so bedeutet etwa der Strich nach oben einen Aufstrich des Bogens.“

 

Während bei den Arbeiten von Christoph Herndler die Form der Notation und deren Grad an Unbestimmtheit eine spezifische Komplexität hervor­bringt, ist es bei Mary McDonnells Ölbildern die Verwendung von Holzstöcken, Eiskratzern oder Rakeln mit denen sie unzählige unterschiedlich durchlässige Farb- und Terpentinschichten übereinanderlagert, die oftmals auf unvorhersehbare Art miteinander reagieren. Neben einer Auswahl von Ölbildern wird ihre aktuellste Arbeit zu sehen sein,

die für dieses Projekt entstanden ist. Dabei handelt es sich um ein übersticktes Manuskript des Ensemblestückes ohne titel (2013) von Reinhold Schinwald.

 

Auch für Peter Ablinger ist das Übereinanderlagern von Folien und Schichten seit langer Zeit von Bedeutung. Die nicht-transparente, also abdeckende und (teilweise) auslöschende Übermalung spielt u.a. innerhalb seiner Werkreihe "Instrumente und Rauschen" ein wichtige Rolle, wobei die Instrumente für den Komponisten nicht mehr das übermalende Medium, sondern selbst der übermalte Gegenstand sind. WEISS / WEISSLICH 21a: “Analytische Integration” für türkisches Becken und Cello beschreibt Peter Ablinger als einen Vorgang des Beschichtens oder Imprägnierens des konstanten Rauschens eines Beckenwirbels sowie als einen kontinuierlichen Übergang der Wahrnehmung von undurchdringlicher Dichte zu mögli­chem Bewusstsein.

re-lay1_program