reduce to a maximum

Transformationen eines Turntablisten und eines Klangkünstlers von Bildender Kunst in Musik

 

„Sucht man nach den Wurzeln des experimentelle Turntablism, so lassen sich zwei historische Spuren finden. Auffallend dabei ist, dass jene Spur, die im Futurismus, Dadaismus und im Bauhaus gründet, stets scharf an der Grenze zum bildenden Kunstbereich verläuft. Auch heute noch ist der starke Bezug zur bildenden Kunst im Bereich des experimentellen Turntablism augenfällig.“

(Susanna Niedermayr, Wien Modern Katalog 2007)

© Natalia Załuskas

Angeregt von der bildnerischen Arbeit der polnischen Malerin Natalia Załuskas, die sich durch eine minimalistische Ästhetik auszeichnet, in welcher die materielle Beschaffenheit, die schichtenförmige Machart der Werke aus mehreren Kartonlagen, die sie vorher mit einer heftigen Geste zurecht reißt, ganz zur Geltung kommen, treten Jorge Sánchez-Chiong und Kenn Mouritzen miteinander in einen Dialog. Der „nackte“ Turntable als Musikinstrument mit dessen Nadel, Plattenteller und Gehäuse sich verschiedenste Geräusche produzieren lassen, die Schallplatte als Trägermaterial für Präparationen oder auch „klassische“ DJ-Techniken zur Klangmanipulation: reduce to a maximum wird jedenfalls die Bandbreite des Turntablism sichtbar machen.

Als „ideales interface“ bezeichnet Jorge Sánchez-Chiong den Plattenspieler. Das „Magische“ am Turntablism sei für ihn der „fette, analoge Sound“, den man direkt mit den Händen bearbeiten und formen könne. Seine Werke wurden als „meisterhaft“ wie auch als "akustisches Edel-Geröll" beschrieben, setzen an der Lebendigkeit und Spontaneität einer Improvisation an und sprengen nicht zuletzt damit lustvoll provokativ regelmäßig den Rahmen der gängigen Konzertmusik.

Jorge Sanchez-Chiong turntables, composition

Kenn Mouritzen electronics, composition

büro lunaire Konzept

Kunstraum Sellemond Durchführung

Jorge Sánchez-Chiong - © Jana Wilfing